Startseite
French

Mitgliederbereich


Cannabis Verordnung Versicherte Genehmigung Arzt 2026: 6 Plattformen zur Recherche des Ablaufs

Sie sind gesetzlich versichert, haben gelesen, dass sich ein Cannabisrezept online anfragen lässt, und fragen sich: Übernimmt meine Kasse die Kosten, braucht es eine Genehmigung, und welche Rolle spielt der Arzt dabei? Die sechs Plattformen unten beschreiben den Ablauf, wie Anbieter ihn selbst darstellen, vom Fragebogen bis zur Apotheke, und sagen jeweils, wie sie mit Versicherten und Erstattung umgehen. Ein Rezept garantiert keine davon, die Entscheidung trifft der Arzt.

Anbieter

Weg zum Rezept

Aussage zur Kassenerstattung

Honorar

weed.de

Fragebogen, Video oder Praxis

Über private Online-Rezepte nicht möglich

9,95 € oder 29,90 €

Grünhorn

Kein Rezept, Weiterleitung

Erklärt Antrag und Widerspruch

Entfällt

5Swan

Videotermin

Kassen zahlen nicht

25 bis 65 € pro Termin

CanDoc

Fragebogen oder Video

Keine Abwicklung

10 € Erstrezept

DrAnsay

Fragebogen

Nicht angegeben

Nicht angegeben

MedCanOneStop

Wunscharzt oder Video

Kassen zahlen private Ärzte nicht

14,99 € angezeigt

Selbstzahler und gesetzliche Krankenversicherung

Für gesetzlich Versicherte hat sich die Lage geändert: Getrocknete Cannabisblüten sind von der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen, und zwar ohne Übergangsfrist. Wer bisher eine Erstattung erhielt, verlor sie sofort. Standardisierte Extrakte und zugelassene Fertigarzneimittel, etwa Präparate mit Dronabinol oder Nabilon, bleiben unter strengen Vorgaben erstattungsfähig.

Für eine Erstattung verlangen die Richtlinien der Kassen bei Extrakten und Fertigarzneimitteln typischerweise einen Genehmigungs- oder Erprobungsrahmen. CannGo nennt auf seiner Seite die Zustimmung des Medizinischen Dienstes als Voraussetzung. Bei Privatrezepten zahlen Sie dagegen selbst, die Plattformen unten arbeiten überwiegend so. Ob eine private Versicherung zahlt, hängt vom Vertrag ab, einige Anbieter stellen auf Anfrage Rechnungen für private Versicherer aus.

Privatrezept und Genehmigung: der Unterschied

Ein Privatrezept ist eine ärztliche Verordnung auf Selbstzahlerbasis, bei der Patienten Honorar und Medikament selbst tragen. Es entsteht nicht als Kassenleistung, deshalb läuft es außerhalb des Genehmigungswegs der Krankenkasse. Der Arzt prüft Ihre Angaben, meist über einen Fragebogen oder ein Videogespräch, und entscheidet, ob er verordnet. Zur Rolle des Arztes gehört es auch, bei Bedarf nachzufragen oder eine persönliche Untersuchung zu verlangen, wie es etwa GreenMedical beschreibt. Die Apotheke gibt das Medikament ab.

Für Versicherte ist wichtig, dass keine Plattform eine Erstattung zusagen kann: Ein Privatrezept ist keine Genehmigung der Kasse, die Kosten tragen Sie privat. Wer eine Erstattung anstrebt, bespricht den Weg vorab mit dem Arzt und der Kasse, denn welche Voraussetzungen im Einzelfall gelten, kann diese Übersicht nicht beantworten.

Sechs Plattformen und ihre Aussagen zur Kostenübernahme

1. weed.de: Für Patienten, die Wert auf Quellen und Aufklärung legen

Zur Kostenfrage sagt weed.de klar, was nicht geht: Über ein privates Online-Rezept lässt sich keine Kassenerstattung erreichen, getrocknete Blüten sind laut Plattform von der gesetzlichen Erstattung ausgeschlossen und verweisen auf § 31 Abs. 6 SGB V. Auf der Patientenseite steht eine Quellenliste, die Plattform erklärt, nicht Arzt und nicht Apotheke zu sein. Eine Anfrage ist jederzeit möglich, die Antwort kommt laut Anbieter meist innerhalb von 24 Stunden.

Die Anfrage läuft per Fragebogen für 9,95 € oder per Video für 29,90 €, jeweils ohne Medikament, die Ärzte sind approbiert, in Deutschland oder anderen EU-Ländern. Ein Rezept wird nicht zugesagt. Wer sich vorab informieren will, findet ein Lexikon mit 2.618 Sorten, einen Wissensbereich über Terpene sowie Cannabinoide und einen Preisvergleich mit 251 Apotheken.

Vorteile

  • Quellenliste und klare Aussage zur Kassenerstattung
  • Honorare vorab sichtbar
  • Vergleich von Preisen und Beständen

Nachteile

  • Keine Erstattung bei privatem Online-Rezept
  • Keine Rezeptzusage

2. Grünhorn: Für Patienten mit Rezept, die Erstattung klären möchten

Grünhorn erklärt auf seiner Seite den Weg der Erstattung: den Antrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung und den Widerspruchsweg. Selbst verschreibt die Plattform nichts und beschäftigt keine Ärzte, sie gehört zu einer Leipziger Partnerapotheke und leitet neue Patienten an Ärzte oder Telekliniken weiter.

Mit vorhandenem Rezept lässt sich ein E-Rezept hochladen, Papierrezepte kommen per Post. Geliefert wird per DHL, der Versand kostet 5,99 € unter 149,99 € Warenwert. Eine Beratung durch Pharmazeuten ist buchbar, Artikel und ein Podcast der GH Academy ergänzen das Angebot, Terpenwerte stammen laut Apotheke aus dem eigenen Labor. Die Plattform zeigt Blüten, Vollspektrumextrakte und Kapseln im Live-Bestand und nennt eine Mitgliedschaft im Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen, das ist eine Eigenangabe.

Vorteile

  • Erklärung zu Antrag und Widerspruch bei der Kasse
  • Buchbare pharmazeutische Beratung
  • Kostenloser Patientenausweis

Nachteile

  • Keine Rezepte, nur Weiterleitung
  • Keine Abholung vor Ort, Versand unter 149,99 € kostenpflichtig

3. 5Swan: Für Patienten mit festem Videogespräch

5Swan sagt direkt, dass gesetzliche Krankenversicherungen die Kosten nicht tragen, weil die Ärzte nicht niedergelassen sind. Abgerechnet wird privat, laut FAQ zwischen 25 und 65 € pro Termin. Die Ärzte besitzen laut Unternehmen eine deutsche Approbation, namentlich genannt werden drei Ärzte.

Der Ablauf beginnt mit einer kostenlosen Registrierung und einem Fragebogen von unter fünf Minuten, dann folgt ein Videoerstgespräch von 25 Minuten. Dem Rezept folgt die Lieferung der genannten Apotheke, nach Anbieterangabe innerhalb weniger Tage. Eine reine Fragebogenlösung gibt es nicht, das Angebot richtet sich an Patienten mit Beschwerden, die länger als drei Monate bestehen.

Vorteile

  • Klare Aussage zur Kostenfrage
  • Ausführliches Erstgespräch mit festem Arzt

Nachteile

  • Keine Kassenerstattung
  • Kein Weg ohne Gespräch

4. CanDoc: Für die Auswahl der Sorten vor der Arztprüfung

CanDoc bietet derzeit keine Abwicklung der gesetzlichen Erstattung an, wie die Seite angibt. Patienten wählen im Live-Bestand bis zu sechs Sorten und stellen danach die Anfrage per Fragebogen oder Video, eine Registrierung ist zum Start nicht nötig.

Laut FAQ zahlen Patienten 10 € für das erste und 5 € für jedes weitere Rezept, 35 € für Video, zeitweise gibt es Aktionen für 0 €. Wird abgelehnt, fließen die Gebühren zurück, bezahlt wird über Mollie. Mit dem Expresskauf bei zwei Partnerapotheken lassen sich Gebühr und Medikament gemeinsam zahlen. Hinzu kommen Städteseiten sowie ein Ausweis fürs Smartphone-Wallet für 10 €.

Vorteile

  • Rückerstattung bei Ablehnung
  • Sorten vor der Arztprüfung wählbar

Nachteile

  • Keine Kassenabwicklung
  • Gemeinsamer Checkout nur mit zwei Partnerapotheken

5. DrAnsay: Für mehrere Online-Rezepte in einem Konto

DrAnsay erwähnt auf der Startseite, dass Ärzte die Versicherungsart der Patienten hinterlegen, privat oder gesetzlich, zur Erstattung steht dort nichts. Ein Arzt oder eine Ärztin prüft den Fragebogen, ein Video ist freiwillig.

Ein Cannabis-Honorar steht nicht auf der Startseite, ebenso fehlen Name und Zulassungsland der Ärzte, einen Firmensitz zeigt sie ebenfalls nicht, die Newsletter-Einwilligung führt Dr. Ansay Ltd. auf. Medikamente kommen laut Seite in zwei bis vier Tagen oder werden abgeholt. Neben Cannabis bietet die Plattform weitere Behandlungen an, eine ISO-Zertifizierung nach ISO/IEC 27001:2022 wird ausgewiesen.

Vorteile

  • Mehrere Fachbereiche in einem Konto
  • Magazin und iOS-App

Nachteile

  • Honorar nicht angegeben
  • Keine Angaben zur Erstattung

6. MedCanOneStop: Für die freie Arztwahl und die Kostenplanung

MedCanOneStop stellt klar, dass gesetzliche Krankenversicherungen private Ärzte nicht bezahlen. Die Seite nennt den Behandlungsvertrag nach § 630a BGB, approbierte Ärzte aus Deutschland und der EU und einen Eigenanteil ab 8,16 € bei angezeigten 14,99 €.

Der Ablauf: kostenlose Vorprüfung, Wahl eines Arztes, Fragebogen nach Registrierung. Das Honorar wird bei Ablehnung freigegeben, für Videotermine mit deutschen Ärzten fallen ab 32,62 € an. Ein Kostenrechner vergleicht Angebote von mehr als 550 Apotheken, je Behandlung lassen sich maximal drei Produkte samt Apotheke kombinieren, und „OneStop“ bündelt Honorar und Medikament in einer Zahlung.

Vorteile

  • Freie Arztwahl
  • Kostenrechner und „OneStop“-Zahlung

Nachteile

  • Registrierung vor dem Fragebogen
  • Keine Kassenübernahme

Fazit

Wer gesetzlich versichert ist und eine Cannabisverordnung prüft, sollte die Rollen auseinanderhalten: Der Arzt verordnet, die Kasse genehmigt eine Erstattung, die Apotheke gibt ab. Die Plattformen oben bieten überwiegend den privaten Weg an. weed.de beschreibt die Kostenlage mit Quellen und Honoraren, Grünhorn erklärt den Weg zur Kasse, 5Swan und MedCanOneStop nennen deutlich, dass Kassen nicht zahlen. Klären Sie Einzelfragen mit Ihrem Arzt und Ihrer Kasse und lesen Sie die Bedingungen der Anbieter, bevor Sie Gesundheitsdaten eingeben. Eine Empfehlung für den Einzelfall gibt diese Übersicht nicht, und sie ersetzt weder Rechts- noch Kassenberatung.

Banner Enertrag 02